Osann St. Peter

 


Die Osanner Kirche

 
Bereits im 11. Jahrhundert stellte der Schreiber der „Vita S. Magnerici“ (Lebensbeschreibung des Trierer Erzbischofs Magnerich, gest. 546) fest, dass die Kirche von Osann im 10. Jhd. dem Kloster St. Martin zu Trier unter dem Erzbischof Heinrich (946 – 967) verloren gegangen war. Das Petruspatronitium in Osann weist nicht auf eine Gründung durch die Abtei St. Martin in Trier hin, sondern auf eine Schenkung des Bistums an die Abtei. Hieraus lässt sich schließen, dass die Abtei vom Trierer Bistum eine Grundherrschaft geschenkt bekommen hatte, wo bereits die Kirche St. Peter vorhanden war. Ihren Aufstieg zur Mutterkirche verdankt die Osanner Kirche wahrscheinlich der Verbindung zur Abtei St. Martin. Auch im Visitationsregister aus der Mitte des 14. Jahrhunderts wird Osann als Mutterkirche aufgeführt.
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Nähere Auskunft über die Pfarrkirche St. Peter in Osann geben erst die Visitationsunterlagen aus dem Jahre 1559. Hieraus können wir ersehen, dass die Pfarrei Osann mit ihrer Filiale Monzel zum Landkapitel Piesport gehörte. Die Pfarrkirche war dem hl. Petrus geweiht und hatte 3 Altäre, 2 Kelche und 1 Monstranz. Kollator war der Erzbischof, der auch den Pfarrer einsetzte. Der Pfarrer erhielt 1/3 des Zehnten und für seine Dienstleistung in der Filiale Monzel jährlich ein Fuder Wein.   Nach einem Plan aus dem Jahre 1765 wurde die Kirche von den Handwerksmeistern Christofel Hahn, Jakob Willems und Thomas Licht aus Neumagen gebaut. Der Neubau wurde im Jahre 1772 fertiggestellt. Die am 2. März 1775 von Pfarrer Schweißel und dem Kesselstatt’schen Amtmann Recht aufgestellte Gesamtbausumme belief sich auf 2.121 Rtlr. und 28 Albus. Nach Aufteilung der Kosten auf die Decimatoren verblieb noch ein Überschuß von 15 Reichstalern 47 Albus und 6 Pfennig, welche in den Händen des Herrn Pastors für etwa noch vorhandene Bedürfnisse und Reparaturen bleiben.

Anfang des 20. Jahrhunderts heißt es in der Pfarrchronik: „Die damals gebaute (jetzt noch vorhandene) Pfarrkirche ist ein einfacher, der damaligen Zeitrichtung entsprechender, augenscheinlich nach dem aber vorliegenden dringenden Bedürfnis ausgeführter Bau, correkt nach Osten gerichtet, 23 ½ Meter lang, 8 ½ Meter breit, bis zur höchsten Linie der Wölbung 10 ½ Meter hoch. Die Wölbung ist aus starken Eichenbalken und zwischengeschobenen Lehmwickelhölzern hergestellt, im Jahre 1895 neu spaliert und mit Mörtel neu beworfen worden. Der Turm misst c. 4 Meter lichten Raumes im Geviert und hat bis zur Helmspitze eine Höhe von c. 90 Fuß (rund 28 Meter, d. Verfasser). Im Jahre 1895 wurden zur Restaurierung des Daches der Kirche aus Gemeindemittel 1.800 Mark bewilligt. Die südliche Hälfte des Daches wurde erneuert. Die Kirche ist trocken.

 

 

Für die Zahl der Kirchenbesucher ist sie jedenfalls beengt und bedürfte der Vergrößerung. Im Jahre 1905 trat diesem Plan einer Vergrößerung bzw. eines Neubaues näher. Die Zivilgemeinde wollte hierzu aus Grundstücks- und Holzerlösen eine nicht unbeträchtliche Summe für den Neubau geben. Der Landrat lehnte dies jedoch mit Schreiben vom 15. Juli 1905 ab. Im Jahre 1953 wurde mit umfangreichen Renovierungsarbeiten an der Kirche begonnen. Bis zur Kirmes (Hochfest Peter und Paul) waren die Arbeiten im Großen und Ganzen beendet.